Mit dem Klapprad auf die Kalmit

Die Rheinpfalz 2. September 2003
DUDENHOFEN: Kilianer-Weinbruderschaft organisiert Bergrennen mit Drahteseln ohne Schaltung

Mit einer Rekordzahl von Startern rechnen die Organisatoren des kuriosen „Kalmit-Klapprad-Cups“, der am Samstag, 6. September, bei Maikammer zum zwölften Mal ausgetragen wird. Veranstalter ist die Kilianer-Weinbruderschaft in Dudenhofen um Peter Zürker und Christoph Flörchinger. Sie erwarten etwa 40 bis 50 Radsport-Athleten aus der gesamten Bundesrepublik.

Zu bewältigen ist eine sechs Kilometer lange Strecke, die fast bis zum Gipfel der 673 Meter hohen Kalmit führt. Dabei sind nicht weniger als 450 Höhenmeter zu überwinden. Die Anmeldung zum Start ist noch bis Samstag, 13 Uhr, bei Peter Zürker, Telefon 06232 990650, möglich. Zugelassen werden nach dem Willen der Organisatoren nur Klappräder mit 20-Zoll-Reifen.

„Schalten können Sie woanders“, lautet eine der Regeln des Klapprad-Rennens. Denn Muskelkraft, nicht ausgetüftelte Technik ist gefragt. Frei wählbar ist allerdings die Übersetzung, die Art des Lenkers, der Pedale und die Form des Sattels. Die steile Strecke zum Kalmit-Gipfel muss ohne fremde Hilfe absolviert werden, dabei ist das Absteigen und Schieben, sogar das Tragen des Minirads durchaus regelkonform. Auch dem Mitführen eines Bierkastens auf dem Gepäckträger, wie vom Speyerer Triathlet Frank Erk bereits eindrucksvoll demonstriert, steht nichts entgegen. Einige der ehrgeizigen Gipfelstürmer steckten bereits viel Geld in ihre „Maschinen“ mit dem Klapp-Scharnier, das für das Rennen aus Sicherheitsgründen verschweißt sein muss.

In diesem Jahr ist nach Auskunft von Peter Zürker ein Massenstart geplant, auch einige Amazonen werden im Rekord-Teilnehmerfeld ihre Fitness beweisen. Der Startschuss fällt um 14 Uhr beim Parkplatz am Ortsausgang Maikammer. Die Zeitnahme, für die Martin Klein verantwortlich zeichnet, erfolgt mit Stoppuhren. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Den schnellsten Klapprad-Pedaleuren winken Urkunden und – natürlich mit Kilianer gefüllte – Pokale. Ausgezeichnet werden sowohl die schnellsten männlichen und weiblichen Starter und die Besten einer Mixed-Wertung

Einen neuen Wanderpokal hat die Harthausener Fahrradhandlung Gauweiler eigens für das Rennen am Samstag gestiftet. Alle Teilnehmer erhalten zudem die „Klapprad-Superstar-CD“. Damit beweisen die für ihren hintergründigen Humor bekannten Organisatoren wieder einmal ein Näschen für aktuelle Trends: „Deutschland sucht den Klapprad-Star“ heißt ein keineswegs bierernster Wettbewerb, zu dem noch Anmeldungen im Internet (www.kalmit-klapprad-cup.de) ange-
nommen werden. Dort können auch Punkte für die Titel-Aspiranten vergeben werden. Der „Klapprad-Superstar“
wird bereits vor dem Start des Rennens bekannt gegeben.

Die aktuelle Bestzeit für den Klapprad-Gipfelsturm liegt bislang bei 21 Minuten und 27 Sekunden, die das Speyerer Kraftpaket Rainer Moster im vergangenen Jahr aufstellte. Auch er will am Wochenende – trotz angeblicher Formprobleme – wieder dabei sein.

Bei den jüngsten Trainingsläufen haben jedoch auch andere Klapprad-Talente Siegeswillen bekundet und erstaunliche Fitness bewiesen.

Angekündigt für das 12. Kalmit-Rennen ist nicht nur ein Klapprad-Tandem, sondern auch ein Micro-Bike. Dass sich nicht nur Youngsters beim Kalmit-Cup ihren Spaß haben, das beweist unter anderen Richard Böhm aus Hanhofen, der mit seinem 65 Jahren am Wochenende wieder mit von der Partie ist. Zum geselligen Abschluss des sportlichen Stelldicheins treffen dich Fahrer, Helfer und Fans im nahen Heim des Maikammerer Schützenvereins, wo die verbrauchten Kalorien wieder aufgefüllt werden können. (ckö)

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